Digitale Tools in der Praxis: Wie AUVA-Tools Betriebe unterstützen
Digitale Tools können Betriebe im Arbeitnehmer:innenschutz wirksam entlasten. Erfahren Sie hier, wie die kostenlosen Anwendungen der AUVA Präventionswissen direkt in die Praxis bringen.
Die Anforderungen im Arbeitnehmer:innenschutz sind vielfältig. Arbeitsplätze müssen evaluiert, Beschäftigte unterwiesen und gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Digitale Anwendungen können dabei helfen, Informationen rasch bereitzustellen, Prozesse zu vereinfachen und Betriebe im Arbeitsalltag zu unterstützen. Entscheidend ist dabei jedoch nicht die Technologie allein, sondern das Wissen, das dahintersteht. Ob Musterevaluierung, Unterweisungen oder Arbeitsstoffverzeichnis – die kostenlosen Webanwendungen wurden entwickelt, um Betriebe bei zentralen Aufgaben im Arbeitnehmer:innenschutz praxisnah zu unterstützen.
Ihre Grundlage bildet das Fachwissen der AUVA sowie die Erfahrung von AUVAsicher aus über 25 Jahren Betreuung österreichischer Klein- und Mittelbetriebe. Dadurch entstehen Werkzeuge, die nicht nur digitale Unterstützung bieten, sondern auch bewährte Präventionslösungen unmittelbar verfügbar machen. So wird Fachwissen dort nutzbar, wo es gebraucht wird – direkt im betrieblichen Alltag.
Wenn PräventionsÂwissen digital verfügbar wird
Ein Good Practice-Beispiel:
Ein kleiner Handwerksbetrieb möchte seine Arbeitsplatzevaluierung aktualisieren. Eine Mitarbeiterin soll unterwiesen werden, Verzeichnisse für Arbeitsstoffe zu führen und neue Themen wie Hitzeschutz zu berücksichtigen.
Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen fehlen dafür oft Zeit, personelle Ressourcen oder spezielles Fachwissen. Genau hier setzen die digitalen Anwendungen der AUVA an. Sie unterstützen Betriebe dabei, zentrale Aufgaben des Arbeitnehmer:innenschutzes systematisch zu organisieren und fachlich fundiert umzusetzen. Von der Musterevaluierung über digitale Unterweisungen bis hin zum Arbeitsstoffverzeichnis stehen kostenlose Werkzeuge zur Verfügung, die Unternehmen bei ihren täglichen Herausforderungen begleiten.
Dabei liegt ihre Stärke nicht allein in der Digitalisierung von Prozessen. Der eigentliche Mehrwert besteht darin, dass bewährtes Präventionswissen direkt in die Anwendungen integriert wird und dadurch unkompliziert im betrieblichen Alltag genutzt werden kann.
Digitale Werkzeuge für konkrete betriebliche Aufgaben
Digitale Systeme entfalten ihren Nutzen vor allem dann, wenn sie praktische Probleme lösen. Die AUVA-Anwendungen unterstützen Betriebe genau dort, wo regelmäßig organisatorische und fachliche Herausforderungen entstehen.
MusterÂevaluierungen: schneller Einstieg in die ArbeitsplatzÂevaluierung
Die Arbeitsplatzevaluierung bildet die Grundlage eines wirksamen Arbeitnehmer:innenschutzes. Gerade kleinere Betriebe stehen jedoch häufig vor der Frage, wie sie eine Evaluierung effizient beginnen können.
Die digitale Musterevaluierung bietet hierfür einen praxisnahen Einstieg. Für zahlreiche Branchen und Tätigkeiten stehen vorausgefüllte Vorlagen zur Verfügung, die typische Gefährdungen und bewährte Schutzmaßnahmen bereits berücksichtigen. Unternehmen können diese Vorlagen als Ausgangspunkt nutzen und an die eigenen betriebsspezifischen Gegebenheiten anpassen.
Dadurch wird nicht nur Zeit gespart. Die Musterevaluierungen schaffen auch Orientierung und helfen dabei, relevante Themen strukturiert zu erfassen. Gleichzeitig profitieren Betriebe davon, dass neue fachliche und rechtliche Entwicklungen laufend in die Inhalte eingearbeitet werden.
Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Integration von Hitzeschutz- und UV-Schutz-Themen. Auf Basis aktueller Anforderungen und praktischer Erfahrungen aus der Präventionsarbeit wurde ein entsprechendes SiGe-Dokument als Vorlage in die Musterevaluierung aufgenommen. So erhalten Betriebe eine aktuelle Grundlage für die Beurteilung hitzebedingter Belastungen und die Festlegung geeigneter Schutzmaßnahmen.
Unterweisungen auf Basis betrieblicher Anforderungen erstellen
Unterweisungen zählen zu den zentralen Pflichten im Arbeitnehmer:innenschutz. Gleichzeitig stellt sich in vielen Betrieben die Frage, welche Themen konkret zu behandeln sind und welche Inhalte für die jeweilige Tätigkeit relevant sind.
Die digitale Anwendung der AUVA unterstützt Arbeitgeber:innen dabei, eigene Unterweisungen einfach und strukturiert nach den Vorgaben des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG) zu erstellen. Neben einigen vorbereiteten Themenbereichen können insbesondere betriebsindividuelle Inhalte erfasst und an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.
Arbeitsstoffe strukturiert erfassen und bewerten
Der Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen gehört in vielen Betrieben zum Arbeitsalltag. Gleichzeitig sind Arbeitgeber:innen verpflichtet, gefährliche Arbeitsstoffe zu erfassen und die damit verbundenen Risiken zu beurteilen.
Mit dem kostenlosen Arbeitsstoffverzeichnis der AUVA steht dafür eine digitale Webanwendung zur Verfügung, die Betriebe bei dieser Aufgabe unterstützt. Sowohl zugekaufte Produkte als auch im Arbeitsprozess entstehende Arbeitsstoffe – beispielsweise Schweißrauch – können zentral erfasst und dokumentiert werden.
Ein besonderer Vorteil ist der laufend aktualisierte AUVA-Katalog mit zahlreichen Arbeitsstoffen. Zusätzlich stehen hinterlegte MAK- und TRK-Werte (MAK steht für Maximale Arbeitsplatz-Konzentration, TRK für Technische Richtkonzentration) sowie Funktionen zur Risikobewertung zur Verfügung. Dadurch erhalten Betriebe nicht nur einen Überblick über die eingesetzten Arbeitsstoffe, sondern werden auch bei der Beurteilung möglicher Gefährdungen unterstützt.Aus der Praxis für die Praxis
Der Erfolg digitaler Anwendungen hängt entscheidend davon ab, wie gut sie die Realität in den Betrieben abbilden. Genau hier liegt eine besondere Stärke der AUVA.
Die Experten:Expertinnen von AUVAsicher unterstützen seit mehr als 25 Jahren österreichische Klein- und Mittelbetriebe bei Fragen der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. In dieser Zeit ist ein umfangreicher Erfahrungsschatz entstanden: Welche Themen beschäftigen Unternehmen besonders häufig? Wo treten Unsicherheiten auf? Welche Lösungen haben sich in der Praxis bewährt?
Diese Erkenntnisse fließen laufend in die Entwicklung und Weiterentwicklung der digitalen Werkzeuge ein. Dadurch entstehen Anwendungen, die sich nicht nur an gesetzlichen Anforderungen orientieren, sondern auch die tatsächlichen Bedürfnisse der Anwender:innen berücksichtigen.
Die digitalen Angebote sind damit das Ergebnis eines kontinuierlichen Austauschs zwischen Fachwissen, Praxiserfahrung und den Anforderungen moderner Arbeitswelten.
AUVA-AltersstrukturÂcheck
Mit dem AUVA-Altersstrukturcheck können Betriebe die aktuelle Altersverteilung ihrer Belegschaft analysieren und zukünftige Entwicklungen sichtbar machen. Das Tool ermöglicht Auswertungen für die gesamte Belegschaft oder einzelne Unternehmensbereiche, stellt die Ergebnisse grafisch dar und bietet einen Report zum Download. So lässt sich betrieblicher Handlungsbedarf frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen für Prävention, Personalentwicklung und alternsgerechtes Arbeiten können gezielt geplant werden.
Rechtssicherheit durch fachlich fundierte Inhalte
Bei Fragen des Arbeitnehmer:innenschutzes benötigen Unternehmen verlässliche Informationen. Fehler oder Unsicherheiten können nicht nur organisatorische Probleme verursachen, sondern auch Auswirkungen auf Sicherheit und Gesundheit im Betrieb haben.
Die Inhalte der digitalen Anwendungen werden deshalb von Experten:Expertinnen unterschiedlicher Präventionsdisziplinen betreut und laufend aktualisiert. Fachliche Entwicklungen, neue gesetzliche Anforderungen und aktuelle Präventionsthemen werden in die Werkzeuge integriert und für Betriebe verständlich aufbereitet.
Digitale Unterstützung ersetzt keine persönliche Beratung
So leistungsfähig digitale Werkzeuge auch sind – jeder Betrieb ist anders. Arbeitsabläufe, Gefährdungen und organisatorische Rahmenbedingungen lassen sich nicht vollständig standardisieren.
Digitale Anwendungen können Wissen bereitstellen, Prozesse vereinfachen und Orientierung geben. Die fachliche Beurteilung konkreter Situationen sowie die Entwicklung individueller Lösungen bleiben jedoch weiterhin Aufgaben von Präventivfachkräften.
Die größte Wirkung entsteht daher im Zusammenspiel von digitalen Werkzeugen und persönlicher Beratung. Während die Anwendungen bewährtes Wissen unmittelbar verfügbar machen, unterstützen Experten:Expertinnen dabei, dieses Wissen auf die konkrete betriebliche Situation anzuwenden.
Fazit
Die kostenlosen digitalen Anwendungen der AUVA zeigen, wie Digitalisierung im Arbeitnehmer:innenschutz einen konkreten Nutzen schaffen kann. Sie helfen Betrieben dabei, Evaluierungen durchzuführen, Unterweisungen zu organisieren und wichtige Informationen strukturiert zu verwalten.
Ihr eigentlicher Wert liegt jedoch nicht in der Technik selbst. Hinter jeder Musterevaluierung, jeder Vorlage und jedem digitalen Werkzeug stehen die Erfahrungen aus tausenden Beratungen sowie das Fachwissen von AUVAsicher und den Experten:Expertinnen der AUVA.
So wird Präventionswissen dort verfügbar, wo es gebraucht wird – direkt im Betrieb. Und genau darin liegt der Beitrag digital unterstützender Systeme zu sicheren und gesunden Arbeitsplätzen.
Aktuelle Termine
18.11. | 08:30 - 13:00 Uhr, Hall in Tirol
26.11. | 14:00 - 15:00 Uhr
Weiterführende Informationen
Fachbeiträge aus dem AUVA-Magazin "Sichere Arbeit"
Bei Fragen zum Thema steht Ihnen das AUVA-Präventionsteam gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter sichereswissen@auva.at