KrakenImages.com / Adobe Stock Ein Bauarbeiter hält einen Bauhelm in der Hand und fächelt sich Luft zu

Hitze am Bau: Gesundheit schützen, Unfälle vermeiden

Hohe Temperaturen auf Baustellen erhöhen das Risiko für Hitzestress, gesundheitliche Schäden und Arbeitsunfälle. Welche Maßnahmen Betriebe zum Schutz ihrer Beschäftigten setzen können, zeigt dieser Beitrag.

05.08.2026
2 Minuten
Elisabeth Kierner
Schlagwörter: Bau, Hitze/Kälte am Arbeitsplatz

Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt. Laut Weltklimarat werden durch die Klimakrise künftig Extremwetterereignisse wie Starkregen, Überschwemmungen, Hitze oder Dürre häufiger und intensiver. Wie das heurige Jahr zeigt, ist es also nicht eine Frage ob, sondern wann die nächste Hitzewelle kommt und wie lange sie andauert.

 

Extreme Belastung bei Arbeit im Freien

Hitze wirkt besonders belastend auf Menschen, die im Freien arbeiten. Auf der Baustelle können die hohen Temperaturen schnell zur Gesundheitsgefahr werden, aufgrund von Hitze kann auch die Unfallgefahr zunehmen. Erschwerend hinzu kommt die oft schwere körperliche Arbeit, bei der durch die Muskelarbeit weiter Wärme erzeugt wird. Alter, Geschlecht, Hitzeanpassung und allgemeiner Gesundheitszustand beeinflussen die individuelle Hitzeverträglichkeit ebenso wie etwa die Kleidung bzw. persönliche Schutzausrüstung (PSA).

Arbeitgeber:innen sind aufgrund der Hitzeschutzverordnung verpflichtet, die Gefahren bei Arbeiten im Freien zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen. Sobald die GeoSphere Austria eine Hitzewarnung der Stufe 2 (gefühlte Temperatur über 30 Grad) ausweist, müssen diese im Betrieb festgelegten Schutzmaßnahmen verpflichtend umgesetzt werden.

 

Wirksamer Hitzeschutz: Das können Unternehmen tun 

Die heimische Baubranche nimmt das Thema ernst. Um die Gesundheit der Beschäftigten auch an heißen Tagen zu schützen, setzen Unternehmen in der Praxis auf einen Maßnahmen-Mix gemäß STOP-Prinzip. Dazu zählen z. B. 

  • Beschattung/Klimatisierung der Arbeits- und Pausenbereiche, 
  • eine Reduktion körperlich anstrengender Tätigkeiten durch technische Hilfsmittel sowie 
  • eine Anpassung der Arbeitszeiten und zusätzliche Pausen. 
  • Ergänzend werden Sonnenschutz, geeignete PSA und ausreichend Trinkwasser zur Verfügung gestellt.

Praktische Tipps zum Hitze- und UV-Schutz erfahren Sie bei einem Rundgang auf einer Baustelle der Firma PORR (Video: Crediso).

Nützliches für Unterweisung und Evaluierung

Als Hilfsmittel für die regelmäßige Unterweisung im Sinne der Hitzeschutzverordnung dient das Informationsblatt zu Hitze- und UV-Schutzmaßnahmen auf Baustellen.

Für die Evaluierung von Hitze- und UV-Schutzmaßnahmen auf Baustellen finden Sie hier das entsprechende Formular 

Praktische Tipps für Beschäftige auf Baustellen 

Durch die Kombination von präventiven Maßnahmen, organisatorischer Planung und persönlicher Vorsicht lassen sich die Hitzebelastung am Bau deutlich reduzieren und gesundheitliche Risiken minimieren.

  • Regelmäßig trinken, auch wenn kein Durstgefühl besteht.
  • Arbeitsintensität an die Temperaturen anpassen 
  • Pausen in kühlen oder schattigen Bereichen verbringen.
  • Frühzeitig auf körperliche Warnsignale wie Schwindel, Übelkeit oder starke Müdigkeit achten.
  • Kolleginnen:Kollegen beobachten und bei Anzeichen von Hitzestress sofort Erste Hilfe leisten.

Weitere Tipps zur Kühlung an heißen Sommertagen finden Sie in unserem Blog-Beitrag „Hitzeschutz im Sommer: Das 1x1 für heiße Tage"

Arbeitsinspektion Infoposter für Betriebe mit Tipps zum Hitzeschutz bei Arbeit im Freien

Poster-Download

Nützliche Tipps für Betriebe und Beschäftigte bieten auch die Poster zum Thema „Hitzeschutz bei Arbeit im Freien", die gemeinsam von Arbeitsinspektion, AUVA und weiteren Partnerorganisationen erstellt wurden. 

 

Weiterführende Informationen

Sie haben Fragen zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz? Das Präventionsteam der AUVA steht Ihnen gerne beratend zur Seite. Kontaktieren Sie uns unter sichereswissen@auva.at