Forum Prävention 2026: Rückblick und Highlights aus Innsbruck
Bereits zum 126. Mal lud die AUVA zu ihrer größten Fachveranstaltung für Sicherheit und Gesundheit und holte in Innsbruck die Themen Arbeitssicherheit, Prävention und Innovation auf die Bühne. Welches Experiment das Publikum zum Staunen brachte, wie der Arbeitnehmer:innenschutz der Zukunft aussehen kann und weitere Highlights erfahren Sie hier.
In Zeiten der sich verändernden Arbeitswelt sind Austausch, Gespräch und Vernetzung wichtiger denn je. Dazu bot das Forum Prävention 2026 in Innsbruck reichlich Gelegenheit: Rund 1.000 Teilnehmende aus Betrieben, Behörden, Interessenvertretungen und Partnerorganisationen kamen von 19. bis 21. Mai in das moderne Kongresszentrum Innsbruck. Internationale Arbeitsgruppen, Workshops, Exkursionen und rund 80 Ausstellende zum Thema Prävention machen die Veranstaltung zur größten Plattform für die Themen Sicherheit und Gesundheit. Das große Interesse der Teilnehmenden zeigte einmal mehr: Prävention ist ein hochaktuelles Thema.
Im Zuge der feierlichen Eröffnung richtete AUVA-Obmann DI Mario Watz per Videobotschaft seine Grußworte an die Teilnehmenden und betonte, der Arbeitnehmer:innenschutz stehe auf einem breiten und starken Fundament. Dennoch dürfe man sich nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen, denn die Arbeitswelt drehe sich derzeit so rasant wie selten zuvor. „Wenn sich unsere klimatischen Rahmenbedingungen ändern, wenn Hitze und Extremwetter plötzlich direkte, physische Gefahren für unsere Belegschaften am Bau oder in der Industrie werden, dann müssen unsere Schutzstandards mitwachsen“, sagte Mario Watz. Â
Im Bereich der Prävention müsse immer vorausschauend gehandelt werden, bestätigte auch Generaldirektor-Stellvertreter Mag. (FH) Roland Pichler in seinen Eröffnungsworten. In Bezug auf die Zukunft der Prävention und die damit verbundenen Herausforderungen, betonte er: "Klimawandel, demografische Entwicklungen, technischer Fortschritt - all das begleitet uns tagtäglich, sehr rasant. Wir in der AUVA sind dazu angehalten, hier Schritt zu halten und vorausschauend zu agieren. Wir passen unsere Präventionsprogramme an den Puls der Zeit an und trachten danach, mit Ihnen gemeinsam die bestmögliche Unterstützung für die Betriebe zu leisten."
Bereit für die Zukunft – Die Schwerpunkte des Forums
Jedes Jahr setzt das Forum Prävention Schwerpunkte, die die aktuellen Themen und Herausforderungen in der täglichen Präventionsarbeit abbilden. Es geht darum, praxisnahe Lösungen und konkrete Handlungsschritte zu formulieren und vorzustellen. In diesem Jahr rückten insbesondere zwei Themen in den Fokus, die eine hohe Relevanz für Präventivfachkräfte und Betriebe haben:
- Quo vadis, Arbeitnehmer:innenschutz? –  Wie wir Standards weiterentwickeln und Präventionsarbeit zukunftsfähig gestalten
- Hitzebelastung, Extremwetter & Co. – Was wir unter den sich ändernden Rahmenbedingungen tun müssen und wie wir sicher arbeiten könnenÂ
Das Forum Prävention in Zahlen
Verhältnisse und Verhalten – die Keynote
Um ein nachhaltig sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen, müssen auch scheinbare Gewissheiten hinterfragt und die Gegebenheiten einem kritischen Blick unterzogen werden. Das verdeutlichte die renommierte Biologin und Expertin für Mensch-Umwelt-Interaktionen, Dr. Elisabeth Oberzaucher, mit einem kleinen Experiment am Beginn ihrer Keynote. So forderte sie das Publikum auf, so viel Lärm zu machen, dass eine vor ihr platzierte Holzlatte umfällt – was auch passierte. Während viele im Publikum ihr Rufen und Stampfen als Ursache vermuteten, klärte die Vortragende auf: Nicht der Lärm, sondern eine verborgene Konstruktion hatte die Latte zum Kippen gebracht.Â
Dr. Elisabeth Oberzaucher betonte, es sei oft wirksamer, Rahmenbedingungen zu gestalten, als das Verhalten von Menschen direkt verändern zu wollen. Lösungsstrategien sollten also vor allem bei den Verhältnissen ansetzen und weniger bei Verhaltensweisen Einzelner. Ein weiterer zentraler Aspekt der Keynote war ein neuer Ansatz des Lernens in der Arbeitssicherheit. Gelernt werden soll nicht ausschließlich aus Fehlern, sondern auch aus erfolgreichen Abläufen, die als Lerngrundlage für die Zukunft dienen.
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Safety Award 2025
Da es bei der Arbeit mit Maschinen immer noch zu Unfällen kommt, hat die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (ISSA) die globale Initiative „Vision Zero“ ins Leben gerufen, um Maschinensicherheit zu fördern. Teil dieser Initiative ist der Safety Award, mit dem 2025 zum insgesamt zweiten Mal besonders innovative Produkte im Bereich der Maschinensicherheit ausgezeichnet wurden. Die drei Gewinner wurden im Anschluss an die feierliche Eröffnung des Forum Prävention vorgestellt.Â
Ausgezeichnet wurden
- der mobile Prallbrecher MOBIREX MR 100 NEO der Kleemann GmbH, der bei verschiedenen Recycling-Anwendungen zum Einsatz kommt,
- das FrySafe® System der MKN Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co KG zur Reduzierung von Brandrisiken in gewerblichen Küchen sowie
- das End-of-Arm-Safeguard-System der Sick AG, das Mensch-Roboter-Kollaborationsanwendungen absichert.Â
Vorträge, Sessions und Arbeitsgruppen
Auch das diesjährige Forum Prävention bot wieder ein informatives und abwechslungsreiches Programm, das bereits am Montag mit einer Exkursion der AG Krankenanstalten zur Firma hollu Systemhygiene und einem Deep Dive Workshop der IVSS-Sektion Maschinen- und Systemsicherheit startete. An allen Veranstaltungstagen wurde den Teilnehmenden neben spannenden Keynotes und Podiumsdiskussionen in den Plenarsitzungen auch eine Vielzahl praxisrelevanter Beispiele aus dem Präventionsalltag nahegebracht.
Die bewährten Arbeitsgruppensitzungen fanden diesmal zu folgenden Themenbereichen statt:
- Arbeits- und Organisationspsychologie
- Ergonomie
- Krankenanstalten
- Metall und Elektro
- Arbeitsmedizin
- Bau
- Öl- und Gasindustrie
- Verkehr und Transport
- Chemie und Arbeitsstoffe
Weiteren wertvollen Input und spannende Impulse erhielten die Teilnehmenden beim Seminar der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), beim Symposium der Gesellschaft für Sicherheitswissenschaft (GfS) sowie beim Workshop des Österreichischen Verbands zur Förderung der Arbeitssicherheit (VAS) internationale Vortragende.
Fachausstellung & Get-together
In der Ausstellung "Prävention aktuell" – heuer mit rund 80 Ausstellenden – hatten die Besucher:innen die Möglichkeit, mit führenden Anbietern:Anbieterinnen ins Gespräch zu kommen und sich ein Bild von aktuellen Entwicklungen und Produkten im Bereich der Prävention zu machen. Zeit für fachlichen und persönlichen Austausch gab es nicht nur in den Pausen zwischen den Vorträgen, sondern auch beim offiziellen Get-together am Abend des Eröffnungstages.
Wer war da?
Das Forum Prävention ein wichtiger Fixtermin für Menschen, die in ihrem Arbeitsalltag mit Prävention und Arbeitssicherheit zu tun haben. Das bestätigt sich immer wieder in Gesprächen und im Austausch bei Vorträgen und in Arbeitsgruppen. Betrachtet man den beruflichen Hintergrund der Teilnehmenden, so zeigt sich, dass die am häufigsten vertretene Berufsgruppe die der Sicherheitsfachkräfte ist, gefolgt von Arbeitsmedizinern:-Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitspsychologen:Arbeitspsychologinnen. Die meisten Teilnehmer:innen kommen aus Österreich, wobei Wien eindeutig die Nase vorne hat – rund ein Drittel reiste aus der Hauptstadt an. Doch auch aus Deutschland und Spanien waren Teilnehmer:innen vor Ort.
Das nächste Forum Prävention findet von 9.-11. Juni 2027 in Wien statt. Wir freuen uns über zahlreiche Besucher:innen!
Details folgen!