Milliardengrab Arbeitsunfall & neue Bedrohungen: Wie die AUVA heimische Betriebe mit neuen Schutzstrategien unterstützt
Die Zahl der Arbeitsunfälle in Österreich ist im vergangenen Jahr auf 128.878 gesunken. Diese Entwicklung ist mehr als eine bloße statistische Entspannung: Sie ist die messbare Konsequenz stetiger Präventionsarbeit und belegt die Wirksamkeit langjähriger Schutzmaßnahmen.
Doch trotz dieses Erfolgs verbergen sich hinter der Bilanz teure Dauerbrenner und neue Bedrohungsszenarien für Österreichs Arbeitnehmer:innen. Lärmschwerhörigkeit und tödliche Abstürze am Bau bringen nicht nur unsägliches Leid über betroffene Familien, sondern kosten die Unternehmen Millionen, während der Klimawandel und eine spürbar steigende Gewaltbereitschaft am Arbeitsplatz nach neuen Herangehensweisen verlangen.
Die AUVA nimmt das Forum Prävention – die bedeutendste österreichische Fachveranstaltung zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – in Innsbruck (19. bis 21. Mai 2026) zum Anlass, um gemeinsam mit rund 1.000 Expert:innen aus Betrieben, Behörden, Interessensvertretungen und Partnerorganisationen praxistaugliche Lösungen und Innovationen zu diskutieren.
Teure Schwerkraft und die Gefahren des Lärms
Die klassische Industrie ist nach den Pandemiejahren wieder voll im Fokus. Mit 814 anerkannten Fällen (62,3 Prozent) ist die durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit die mit Abstand häufigste Berufskrankheit. Gleichzeitig liefert die Baubranche einen dramatischen Befund: Neun von 14 tödlichen Absturzunfällen ereigneten sich am Bau. Dies ist nicht nur mit unermesslichem menschlichem Leid und Folgekosten für das Sozialsystem verbunden, sondern auch ein massiver wirtschaftlicher Faktor: Jeder Absturz kostet ein Bauunternehmen durchschnittlich 15.000 Euro für Entgeltfortzahlung, Ersatzarbeitskräfte und Stillstandszeiten.
Hitze und Klima: Wenn das Wetter zur Gefahr wird
Die klassischen Unfallursachen werden zunehmend von neuen, globalen Faktoren überschattet. Der Klimawandel und die damit einhergehenden Extremwetterereignisse sind zu einem akuten Arbeitsschutz-Risiko geworden. Auf dem Forum Prävention steht die Umsetzung der neuen Hitzeschutzverordnung im Zentrum des Fachdiskurses. Ziel der AUVA ist es, Unternehmen mit konkreten Checklisten und Beratung zur Seite zu stehen, um Belegschaften vor den massiven gesundheitlichen Folgen von Hitzestress zu bewahren – abseits von reinen Appellen zum Wassertrinken.
Raues Klima: Gewalt als wachsende Bedrohung
Neben den physischen Rahmenbedingungen verschärft sich auch das soziale Klima in vielen Branchen spürbar. Die AUVA registriert eine Zunahme von Arbeitsunfällen infolge von Gewalt. Doch diese Vorfälle bilden nur die Spitze des Eisbergs ab: Psychische Gewalt, verbale Übergriffe, Belästigung und sexuelle Gewalt können in der reinen Unfallstatistik in der Regel nicht erfasst werden. Um Betriebe hier künftig noch besser zu unterstützen, bereitet die AUVA für den weiteren Jahresverlauf eine Aufklärungsinitiative vor. Das Notfallmanagement und die psychosoziale Betreuung von Betroffenen nach traumatischen Ereignissen – wie etwa dem Amokfall an einem Grazer Gymnasium im Vorjahr – bilden einen weiteren Fokus beim Forum Prävention.
Prävention als bester Wirtschaftsfaktor
"Ein Arbeitsunfall oder ein hitzebedingter Krankenstand ist nicht nur eine menschliche Belastung, sondern auch ein massiver wirtschaftlicher Schaden für jedes Unternehmen. Die wachsenden Bedrohungen durch Extremwetter oder Gewalt am Arbeitsplatz erfordern neue Antworten. Als Partner der Wirtschaft ist es unsere Aufgabe, genau diese Antworten im Sinne der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter:innen zu liefern. Auf dem Forum Prävention diskutieren wir gemeinsam Strategien, die sich im Arbeitsalltag wirklich umsetzen lassen – für mehr Sicherheit und starke Unternehmen", sagt Roland Pichler, Stv. Generaldirektor der AUVA.
Das Forum Prävention findet von 19. bis 21. Mai 2026 im Congress Innsbruck statt.
Die wichtigsten Kennzahlen des Jahres 2025 zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie umfangreiches Zahlen- und Infomaterial aus dem AUVA-Leistungsspektrum finden Sie hier.