Gemeinsam stark für ältere Patient:innen – Herausforderungen in der Alterstraumatologie
Eine medizinische Tagung am AUVA-UKH Linz beschäftigte sich mit interdisziplinären Behandlungsmethoden für ältere Menschen.
Mit dem demografischen Wandel rückt die Alterstraumatologie zunehmend in den Mittelpunkt. Denn was für jüngere Menschen oft glimpflich ausgeht, kann für ältere weitreichende Folgen haben. Stürze führen nicht nur zu Knochenbrüchen, sondern bedeuten häufig auch einen nachhaltigen Verlust an Selbstständigkeit und Lebensqualität.
Unter dem Motto „Challenges in der Alterstraumatologie“ widmete sich eine Fachtagung am AUVA-Unfallkrankenhaus Linz genau diesen komplexen Fragestellungen. Experten:Expertinnen aus ganz Österreich diskutierten aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und vor allem Erfolgsfaktoren in der Behandlung älterer Patienten:Patientinnen.
Mehr als nur die Behandlung der Verletzung
Die Verletzungsfolgen von Stürzen bringen bei alten Menschen neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Tumorleiden oder Schlaganfällen häufig einen bedeutenden Verlust an Lebensqualität mit sich. Zudem verstärken Osteoporose, Multimorbidität, Gebrechlichkeit, Polypharmazie oder Demenz die negativen Folgen eines Sturzes.
„Um all diesen Einschränkungen bestmöglich entgegenzuwirken, braucht es standardisierte Behandlungsabläufe und eine ganzheitliche Zusammenarbeit von Medizin- und Pflegeberufen. Nur so kann die Qualität der Behandlung von alterstraumatologischen Patient:innen sichergestellt und optimiert werden“, betont Dr. Georg Mattiassich, ärztlicher Leiter des UKH Linz.
Interdisziplinarität als Schlüssel zum Erfolg
Die Tagung in Linz zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die enge Vernetzung unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen mit Pflege und Therapie ist.
Aktuelle Entwicklungen und moderne Ansätze aus Orthopädie und Traumatologie, Pflege, präoperativer Vorbereitung und Geriatrie wurden von Ärzten:Ärztinnen und Pflegepersonal aus ganz Österreich aus unterschiedlichen Blickwinkeln präsentiert – mit klaren Botschaften und der Bereitschaft, auch kritische Fragen offen zu diskutieren. „Genau diese Kombination aus Expertise und Dialog macht Fortbildung wirklich wirksam“ ist Mattiassich überzeugt.
Mehr als 100 Teilnehmer:innen aus österreichischen Gesundheitseinrichtungen nutzten die Veranstaltung nicht nur für fachlichen Input, sondern auch für persönlichen Austausch und Vernetzung. Veranstaltet wurde die Tagung von OTC Germany und OTC Austria (Verein für Osteosynthesis & Trauma Care) in Zusammenarbeit mit dem AUVA-Unfallkrankenhaus Linz, der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie und der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie.
In fünf Themenblöcken wurden aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und pragmatische Lösungen der Alterstraumatologie präsentiert und diskutiert.