AUVA-Arbeitsunfallstatistik 2021 für Wien - Weniger Arbeitsunfälle als vor der Pandemie

Wien, 11.04.2022

Durch eine langsame Erholung der Wirtschaft von der Pandemie erreichte die Zahl der unselbständig Erwerbstätigen im Vorjahr nahezu wieder das Niveau von 2019. Mit der steigenden Anzahl von Beschäftigungsverhältnissen ist in der Bundeshauptstadt auch ein Anstieg der absoluten Unfallzahlen am Arbeitsplatz verbunden. Jedoch zeigt sich bei den Arbeitsunfällen im Vergleich zu 2019 ein erfreulicher Rückgang.

Die Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse unselbständig Erwerbstätiger erreichte in Wien 2021 mit 850.818 nahezu wieder das Vorkrisenniveau von 2019 (851.847 Beschäftigungsverhältnisse). Mit den steigenden Beschäftigungsverhältnissen erhöhte sich auch die absolute Anzahl der Arbeitsunfälle (AU). Nach dem Corona-Rekordtief 2020 mit 10.134 anerkannten Arbeitsunfällen (ohne Wegunfälle) unselbständig Erwerbstätiger stieg diese Zahl im Vorjahr auf 12.194 Arbeitsunfälle - dennoch ist im Vergleich zu 2019 ein deutlicher Rückgang der Arbeitsunfälle um rund 17,30 Prozent zu erkennen (2019: 14.745 AU).

AUVA als Partner der Unternehmen             

Bisher war die Unfallrate bei der Arbeitssicherheit die wichtigste Kennzahl, also das Verhältnis zwischen Arbeitsunfällen und Beschäftigungsverhältnissen. Doch durch die Pandemie, die damit einhergehende Kurzarbeitszeit und vermehrte Homeoffice-Tätigkeiten verliert diese Messgröße an Bedeutung. So wurde in Wien im Corona-Krisenjahr 2020 bei der Unfallrate aufgrund dieser Umstände ein Tiefpunkt von 12,33 erreicht. 2021 lag diese Zahl mit 14,33 auf 1.000 Beschäftigungsverhältnisse noch immer unter dem Vorkrisenniveau (2019: 17,31). Peter Engelbrechtsmüller, Vorsitzender der AUVA-Landesstelle Wien, erklärt: „Die Pandemie hat zu massiven Änderungen in der Arbeitswelt geführt, die auch neue Herausforderungen für die Arbeitssicherheit bedeuten. Als Partner der Unternehmen reagieren wir auf die geänderten Arbeitswelten sowie die Bedürfnisse einzelner Branchen und setzen in der Beratung vermehrt auf Online-Angebote.“

Wegunfälle nehmen wieder zu

Wegunfälle sind Unfälle auf dem direkten Weg zwischen Wohnort und Arbeits- bzw. Ausbildungsstätte. Die Zahl der anerkannten Wegunfälle unselbständig Erwerbstätiger stieg von 2.294 im Jahr 2020 auf 3.264 im Folgejahr, was einer Erhöhung von rund 42,28 Prozent gegenüber 2020 entspricht. Im Vergleich zu 2019 (3.377 Wegunfälle) passierten 2021 aber immer noch um rund 3,35 Prozent weniger Wegunfälle. Die meisten Wegunfälle 2021 wurden im Februar verzeichnet, die wenigsten im April (Ost-Lockdown).

Unfallträchtigste Branchen, häufigste Unfallursachen

Wiens unfallträchtigste Branche bleibt auch 2021 nach wie vor der „Bau“ (2.378 Arbeitsunfälle bzw. 19,50 Prozent aller anerkannten Arbeitsunfälle unselbständig Erwerbstätiger). Dahinter folgen die Branchen „Handel“ (1.963 Arbeitsunfälle, 16,09 Prozent) und „Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, z. B. Arbeitskräfteüberlassung“ (1.887 Arbeitsunfälle, 15,47 Prozent).

Die häufigsten Unfallursachen in Unternehmen in Wien waren 2021 mit 36,84 Prozent „Kontrollverlust“ über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (4.492 Arbeitsunfälle), mit 22,44 Prozent „Stürzen“ (2.736 Arbeitsunfälle) und mit 17,50 Prozent „Unkoordinierte Bewegungen“, z. B. Anstoßen, Zusammenstoßen oder Treten auf scharfe Gegenstände (2.134 Arbeitsunfälle).


Rückfragehinweis:

Christoph Luke

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit